Wie weiter mit der Energiewende?

Die Energiewende – für die einen ein gescheitertes Projekt, für die anderen ein Projekt mit großen wirtschaftlichen Chancen. 

Der klassische Widerspruch zwischen Wirtschaftlichkeit und Klimaschutz, der sei nun endlich aufgebrochen. Wer heute günstige Energie wolle, der lande automatisch bei Wind und Sonne – die mittlerweile die kostengünstigsten Technologien überhaupt seien.

Und wenn wir die Energiekosten senken wollen, dann schützen wir automatisch auch die Umwelt, weil das die gleichen Technologien seien, die wir dafür benötigen.

So sieht das Prof. Dr. Jens Schneider, Energieexperte an der HTWK, der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur in Leipzig, und Professor für vernetzte Energiesysteme. 

Die Geschwindigkeit, mit der wir uns von fossilen Energieträgern lossagen, die müssten wir allerdings noch weiter erhöhen. 

Darüber habe ich mit ihm ausführlich gesprochen und auch über das 15. Ostdeutsche Energieforum, das Ende September in Leipzig stattfindet, und auf dem Prof. Schneider auch selbst mitdiskutiert.

Kapital für Startups und Mittelstand

Sachsen hat eine Beteiligungsgesellschaft, die Gründer und Mittelstand unterstützt. Mit Eigenkapital, damit die Unternehmen weiter wachsen können. 

In wirtschaftlich herausfordernden Zeiten ein besonderes Pfund. Mit der Leipziger CFH Management GmbH hat der Freistaat eine renommierte Beteiligungsgesellschaft, die mit ihren Partnern und dem Land ganz gezielt in zukunftsträchtige Unternehmen investiert. 

Damit spielt sie auch eine wichtige Rolle bei der Entwicklung des Wirtschaftsstandorts. Bereits seit drei Jahrzehnten macht sie das. Und der ökonomische Fussabdruck kann sich sehen lassen. 

Allein über den WMS, den Wachstumsfonds Mittelstand Sachsen, hat die CFH Unternehmen begleitet, die für über sieben tausend Arbeitsplätze und einen Umsatz von 1,2 Mrd. Euro stehen.

Unter anderem darüber spreche ich mit Harald Rehberg, einem der drei Geschäftsführer der CFH Management GmbH. 

Er ist ein ausgewiesener Experte im Beteiligungsgeschäft, insbesondere in der strategischen Wachstumsbegleitung von Unternehmen und auch stellvertretender Vorstandssprecher des Bundesverbandes Beteiligungskapital.

In einer neuen Folge meines Podcasts.

Mehr Wertschätzung für Unternehmertum

Fehlende Wertschätzung für Unternehmertum, negatives Kapitalismusbild und ausgeprägte Bildungslücken, das diagnostiziert der Präsident des Unternehmer-verbandes Sachsen, Dietrich Enk, im Podcast-Gespräch mit „Wirtschaft im Osten“.

Unternehmertum als Basis der Gesellschaft werde nur unzureichend verstanden. Er selbst mache oft die Erfahrung, dass Unternehmertum abgelehnt oder gar unter Verdacht gestellt werde, insbesondere bei Behörden. Das sei ein Kernproblem. Der Leipziger Unternehmer Enk halte dies auch für eine Sozialisationsfrage, und wie unsere Wohlstandsgesellschaft auf Unternehmertum blicke. Gerade im Kontakt mit Behörden komme man da schnell zu Verständnisproblemen.

Die Lage der kleinen und mittleren Unternehmen in Sachsen und Ostdeutschland ist nach Einschätzung des Verbandspräsidenten auf einem Tiefpunkt angelangt. Lieferkettenprobleme, gestiegene Energiepreise und eine schwache Auftragslage träfen gleichzeitig aufeinander.

Mit der aktuellen Politik geht Enk hart ins Gericht. Die Kosten der Arbeit, insbesondere für den Mittelstand und die KMUs, seien ausgeartet, müssten mindestens um 30 % gesenkt werden. Viele Unternehmer würden eine Politik wahrnehmen, die zum Selbstzweck geworden sei, sich nur um sich selbst drehe

und die Bedürfnisse der Unternehmen verkenne. Das halte er für ein regelrechtes Kulturproblem.

Um als Wirtschaftsnation wieder zukunftsfähig zu werden, müssten althergebrachte Wirtschafts- und Gesellschaftsstrukturen auf den Prüfstand, wenn sie zum Selbstzweck verkommen seien. 

Man müsse Dinge eher auf Zeit betrachten. Investitionen in einem Unternehmen mache man ja auch mit dem Ziel, in einigen Jahren etwas zu erreichen, und sich nichts ans Bein zu binden, was einen Jahrzehnte blockiere. 

Damit hätten die Deutschen, so Enk, ein totales Thema, flexibler zu sein und auch etwas selbstloser. Schließlich sei er vor fast dreißig Jahren Unternehmer geworden mit Gedanken an Freiheit und Marktwirtschaft.

Ein unerwartet offenes Gespräch über Grundsatzfragen von Haltung, Verantwortung und gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Foto Dietrich Enk: © Raphael Heimann

Thüringer Automobilwirtschaft: vom Fertigungs- zum Wissensstandort

Die Thüringer Automobilzulieferbranche steckt tief in der Transformation. Was als Branchenkrise begann, ist längst zu einer Standortkrise geworden – so die Diagnose von Rico Chmelik, dem Geschäftsführer von automotive thüringen e.V., dem Netzwerk und Innovationscluster der Thüringer Zulieferindustrie.

Bei „Wirtschaft im Osten“ spricht Chmelik über stagnierende Investitionsbereitschaft, den Druck durch Energie- und Personalkosten und neue Wachstumsfelder in der Verteidigungs- und Batteriewirtschaft.

Allerdings sei der Übergang vom Fertigungs- zum Wissensstandort, das entscheidende Thema der nächsten zehn Jahre.

Ob man in der Lage sei, das zu schaffen. Ob man Wohlstand weiter erreichen könne, aufbauen könne oder ob Wohlstand abnehmen werde. Das sei die große Frage, die sich auch viele Beschäftigte und natürlich die Geschäftsleitungen stellten.

Dabei sei Thüringens stärkste Ressource die Köpfe seiner Menschen.

Eröffnungspodium des 14. Ostdeutschen Energieforums in Leipzig

Wie weiter mit dem (Energie-)Standort Deutschland?

So war auch die Eröffnungsdiskussion des 14. Ostdeutschen Energieforums überschrieben, das am 23. und 24. September in Leipzig stattfand.

Auf der Leitkonferenz zur Energiepolitik in Ostdeutschland diskutierten namhafte Experten aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft. Peter Reitz, der CEO der EEX, der European Energy Exchange AG, die auch die größte Strombörse der Welt ist, hatte das Panel mit einer Keynote eröffnet.

Die Moderation hatte die Journalistin Andrea Thilo.

„Wirtschaft im Osten“ dokumentiert hier die Diskussionsrunde

14. Ostdeutsches Energieforum am 23. und 24. September 2025 in Leipzig

Diskussion 1: Wie weiter mit dem (Energie-) Standort Deutschland?

Diskussion mit:

Peter Reitz, Vorsitzender des Vorstands der European Energy Exchange AG
Dr. Lars Greitsch, Geschäftsführer der Mecklenburger Metallguss GmbH
Michael Kellner, MdB, Energiepolitischer Sprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen
Peter Reitz, Vorsitzender des Vorstands der European Energy Exchange AG
Bodo Rodestock, Vorstand Finanzen, Personal & IT der VNG AG
Karsten Rogall, Sprecher der Geschäftsführung der Leipziger Gruppe und kaufmännischer Geschäftsführer der Leipziger Stadtwerke

Moderation: Andrea Thilo, Journalistin, Moderatorin, Trainerin

ostdeutsches-energieforum.de

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